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Rückblick auf den Arbeitstag der Kirchengemeinderäte im Distrikt Platte

Einmal im Jahr gestalten die Kirchengemeinderäte der Plattengemeinden einen Arbeitstag miteinander. Am Samstag, den 11. Februar 2012, stand dabei das Thema „Pfarrplan 2018-2030“ auf der Tagesordnung. Im evangelischen Gemeindehaus Wernau gab zunächst Prälat i. R. Hans-Dieter Wille den Kirchengemeinderäten aus Großglattbach, Iptingen, Pinache, Serres, Wiernsheim und Wurmberg mit Neubärental Rede und Antwort. Er schaute zurück auf die beiden vergangenen Runden des Pfarrplans und erzählte einerseits von den Trauerprozessen in den Gemeinden, aber andererseits auch von ermutigenden Aufbrüchen in der Zusammenarbeit etwa eines Distrikts. Wichtig erscheint dem ehemaligen Prälaten von Heilbronn, dass die Gemeindeglieder weiter einen direkten Bezug zur Pfarrerin bzw. zum Pfarrer haben, dass freilich gleichzeitig auf der Ebene der Verwaltung und Organisation vieles vereinfacht, zusammengelegt und gestrafft werden kann. Den Gemeinden gab er dabei zu bedenken, dass Kirche als Leib Christi nie auf einen Ort beschränkt ist, sondern wir eigentlich weltweit Schwestern und Brüder sind. Das verbietet jedes engstirnige Kirchturmdenken und das Beharren jeder Ortsgemeinde auf ihre Besitzstände.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einem kurzen Spaziergang durch Wernau wurde es dann am Nachmittag konkreter: Im Kirchenbezirk Mühlacker müssen bis 2018 1 ½ Pfarrstellen eingespart werden. Bis 2030 werden es dann wohl nur noch 16,5 Pfarrstellen im Kirchenbezirk sein – das ist ein Rückgang um fast 25 % gegenüber heute. Was bedeutet das, wenn in den Kirchengemeinden der Platte dann nur noch drei statt bisher vier PfarrerInnen arbeiten werden? Wie kann die kirchliche Versorgung und die Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden dennoch gewährleistet werden? Intensiv haben die Kirchengemeinderäte in drei Gruppen dazu gearbeitet: Wie kann die Zusammenarbeit zwischen unserer Gemeinden noch verstärkt werden? Wozu braucht es unbedingt einen Pfarrer oder eine Pfarrerin, was kann aber auch von anderen gemacht werden oder muss eventuell wegfallen? Und schließlich: Wie könnte eine Reduktion der Pfarrstellen ganz konkret in den sieben Orten der Platte aussehen? Die Diskussion darüber wird uns noch in den kommenden Jahren beschäftigen. Klar ist nur, dass Kürzungen wohl aus demographischen wie finanziellen Gründen unumgänglich sind. Sich davon aber nicht verrückt machen zu lassen, sondern kreativ neue Wege zu finden, wie wir aus „weniger“ „mehr“ machen können, das ist Aufgabe in weiteren Sitzungen, die jetzt anstehen. Bitte begleiten Sie als Gemeindeglieder diese Beratungen auch mit Ihrer Fürbitte.

In der Wernauer Johanneskirche begann und endete der Arbeitstag jeweils mit einer kurzen Andacht. Dieser Rahmen war wichtig, um uns in allen Reformbemühungen auch darin zu vergewissern, dass am Ende Jesus Christus selbst seine Kirche auf Erden baut und erhält.

Pfarrer Friedemann Glaser

Februar 2012